Rechtsextreme: Per Anhalter ins "Vierte Reich"?
Der erste Nazi-Ministerpräsident in Anhalt Alfred Freyberg (r) und Staatsminister Knorr (m)
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English translation following this report
Die AfD, eine als erwiesen rechtsextrem eingestufte deutsche Partei, hat es erwartungsgemäß geschafft. Tobias Rausch, einer ihrer Abgeordneten im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt, wurde am 6. Oktober mit Hilfe der Sahra Wagenknecht-Partei BSW und vier weiterer Abgeordneter (mutmaßlich aus der CDU) zum Landtagspräsidenten gewählt. Und zwar im ersten Wahlgang!. Die “Alternative für Deutschland” schaffte diesen politischen Coup nur 13 Jahre nach ihrer Gründung. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei NSDAP schaffte es 1933 nach nur 13 Jahren, Adolf Hitler zur absoluten Macht zu führen.. Dies ist und soll kein Vergleich sein zwischen den beiden Parteien und Ereignissen, die 93 Jahre auseinander liegen, aber parallele historische Entwicklungen gibt es doch. Vor allem in Sachsen-Anhalt und anderen Ländern Ostdeutschlands.
Diesem Anfang wohnte ein Schaudern inne: Am 6. September 2026 wurde bei der Landtagswahl im kleinen ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte eine als „erwiesen rechtsextrem“ eingestufte Partei zur stärksten Kraft im Magdeburger Landtag.
Obwohl der Erfolg der selbst ernannten „Alternative für Deutschland“ (AfD) nicht völlig überraschend kam, schockierte doch das Ausmaß des Wahlergebnisses viele demokratische Wähler und Beobachter. Die Zahl der Abgeordneten der bislang regierenden Christdemokraten wurde bei dieser Wahl mehr als halbiert.
Ausgerechnet die Bevölkerung im ehemaligen Freistaat Anhalt (damals 360 000 Einwohner) war es, die bereits im April 1932, als erster Landesteil des Deutschen Reichs, die Nationalsozialisten von Adolf Hitler (NSDAP) bei einer Regionalwahl zur stärksten Fraktion des damaligen Landesparlaments wählten. Das war fast ein ganzes Jahr, bevor Hitler selbst im Reich die Macht ergriff.
Während die Anhänger der AfD nach ihrem Sieg jubelten und ihre siegreichen Politiker – wie der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund – drastische Veränderungen im demokratischen Gefüge des Bevölkerungs-mäßig kleinen Bundeslandes versprach, war den besiegten Politikern der traditionellen Parteien Sorge, ja Panik ins Gesicht geschrieben. Sollte ausgerechnet das kleinste ostdeutsche Bundesland, das vor knapp einem Jahrhundert schon einmal zum Steigbügelhalter des mörderischen “Dritten Reichs” wurde, nun auch in der Bundesrepublik zum Vorreiter als rechtsextrem eingestuften AfD werden?
Die Sorge ist alles andere als unberechtigt. Wenige Tage nach dem Erfolg der Rechten gingen deutschlandweit Hunderttausende gegen die „Blauen“ auf die Straße (siehe die Bilder dazu in meiner Galerie). Denn die AfD ist inzwischen eine Partei, die das bisherige politische System umkrempeln und Deutschland letztlich in einen illiberalen Staat nach dem Vorbild von Viktor Orbáns Ungarn oder der rassistischen MAGA-Bewegung verwandeln möchte. Was würde das bedeuten? Würden aus einem solchen Staat Millionen Menschen abgeschoben oder ausgewiesen – am Ende auch politisch Andersdenkende? Oder etwa die rund 20 Millionen Deutschen mit Migrationsgeschichte? Die deutliche Mehrheit der Deutschen will jedenfalls keinen Staat, in dem die Medien gleichgeschaltet und die Kultur deutsch-völkisch ausgerichtet werden. Ebenso wenig ein Land, das sich politisch von den Zielen der EU entfernt, sich Putins Russland annähert und den Wandel unserer Wirtschaft hin zu einem nachhaltigen System vollständig stoppt.
Die erdachte Überschrift, “geht Deutschland jetzt per Anhalter ins Vierte Reich?” stand und steht unausgesprochen über den vielen Erklärungen von Experten und tief besorgter Verlierer-Politiker. Es ist ja nicht allein die offen an faschistische Vorbilder und die NS-Sprache angelehnte, aggressive Sprache der “Alternative”, die das gewachsene, demokratische System in fast jeder Bundestagsrede verächtlich macht. Für AfD-Politiker ist der politische Gegner auch umgangssprachlich “der Feind”. Auf offiziellen Veranstaltungen werden hemmungslos Nazi-Parolen gegrölt. Der damalige AfD-Chef Gauland drohte der demokratisch gewählten Bundesregierung 2021 sogar mit der martialischen Ankündigung: “Wir werden sie (die Regierenden) jagen!”.
Vor allem die Grünen werden stets aufs übelste als “Verfassungsfeinde” beschimpft und sogar bedroht “wenn wir erst an der Macht sind!” Aussagen, die den Nazi-Parolen wie im Lied-Text “und heute gehört uns Deutschland (und morgen die ganze Welt)” ähneln, lassen vor allem die ältere Generation erschaudern, die aus leidvoller Erfahrung oder Erinnerung prozentual am wenigsten AfD wählt. Diese Partei, das steht fest, arbeitet vor allem mit Hilfe der sozialen Netzwerke, mit einem Programm aus falschen und uneinhaltbaren Versprechungen und einer an “Nazi-Speak” erinnernden Rhetorik, verziert mit einstudierten Gesten aus der NS-Zeit.
Doch führen die “Anhalter” Deutschland mit diesem Sieg wirklich ins “Vierte Reich”? Wenige Tage später gingen in 20 deutschen Städten Hunderttausende Menschen auf die Straße und forderten ein Verbot der “Alternativen”. Doch gerade dies gilt nach Meinung führender Rechtsexperten im ganzen Land trotz aller berechtigter Sorgen als unwahrscheinlich.
______________________ Hintergrund zur Anhalt-Wahl von 1932 ______________________

Reichsstatthalter Rudolf Jordan übernimmt die Amtsgeschäfte 1935; Begrüßung im Hause des Reichsstatthalters; links Jordan, rechts Freyberg
Anhalt als frühes Experimentierfeld der NSDAP
Sachsen-Anhalt spielte in der Frühphase des Nationalsozialismus eine auffallend wichtige Rolle. Der damalige Freistaat Anhalt mit seiner Hauptstadt Dessau war schon früh ein politisches „Experimentierfeld“ für die Rechte im Deutschland der Weimarer Republik.
Bei der Landtagswahl im April 1932 wurde die NSDAP mit 40,9 Prozent der Stimmen stärkste politische Kraft. Anschließend bildete sie gemeinsam mit kleineren nationalkonservativen und rechten Partnern eine Regierung. Damit entstand in Anhalt bereits vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler eine von der NSDAP dominierte Landesregierung.
Die politische Bedeutung dieses Wahlerfolges zeigte sich schnell auch auf kulturellem Gebiet. Besonders deutlich wurde dies am Bauhaus in Dessau. Die nationalsozialistisch geprägte Landes- und Kommunalpolitik übte zunehmend politischen Druck auf die international renommierte Kunst- und Designschule aus. Das Bauhaus musste Dessau bereits 1932 verlassen und zog zunächst nach Berlin, wo es 1933 endgültig geschlossen wurde.
Auch heute ist das Bauhaus Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Die AfD kritisiert die Institution und ihre staatliche Förderung immer wieder aus einer nationalkonservativen beziehungsweise kulturpolitischen Perspektive. Die heutige Situation ist allerdings nicht mit der Zerschlagung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten gleichzusetzen. Gerade deshalb sollte man bei historischen Vergleichen zwischen damaliger und heutiger Politik sorgfältig unterscheiden.
Die organisatorische Bedeutung der Region
Der Freistaat Anhalt war in der Frühphase des Nationalsozialismus nicht nur wegen seiner Wahlergebnisse bedeutsam. Auch organisatorisch war die Region früh ein wichtiges Gebiet für die NSDAP. Bereits Mitte der 1920er Jahre entstanden regionale Parteistrukturen, darunter der Gau Halle-Merseburg, der ein großes Gebiet mit Städten wie Halle, Merseburg, Dessau und Wittenberg sowie zahlreichen Industrie- und Bergbauregionen umfasste.
Auch die SA (Sturmabteilung) war in der Region früh organisatorisch verankert. Sie war keine reguläre Polizei, sondern eine paramilitärische Kampf- und Schlägerorganisation der NSDAP, die insbesondere bei politischen Auseinandersetzungen und der Einschüchterung politischer Gegner eine wichtige Rolle spielte. Das Landesarchiv Sachsen-Anhalt weist beispielsweise eine eigene SA-Untergruppe Magdeburg-Anhalt für die Jahre 1932 bis 1935 nach.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme von 1933 vollzog sich die politische Gleichschaltung in der Region besonders schnell. In der preußischen Provinz Sachsen gewann die NSDAP bei der Landtagswahl vom 5. März 1933 ebenfalls stark hinzu. Nach der Ausschaltung der kommunistischen KPD-Abgeordneten verfügte sie dort über eine absolute Mehrheit. Im Provinziallandtag kam es anschließend sogar zu einer von der NSDAP provozierten Saalschlacht mit der SPD.
Damit wurde die Region zu einem anschaulichen Beispiel dafür, wie aus Wahlerfolgen innerhalb kürzester Zeit politische Ausschaltung, Gleichschaltung und Verfolgung entstehen konnten. Eingefügter Text
Der rasante Aufstieg der NSDAP im Osten
Ein Vergleich der Wahlergebnisse zeigt, wie schnell sich die politische Lage in Anhalt zwischen 1928 und 1932 zugunsten der NSDAP veränderte.
Landtagswahl 1928
- NSDAP: 2,1 %
- SPD: 42,5 %
- KPD: 7,5 %
Landtagswahl April 1932
- NSDAP: 40,9 %
- SPD: 34,3 %
- KPD: 9,3 %
Auch bei den Reichstagswahlen zeigte sich eine ähnliche Entwicklung:
Reichstagswahl 1928:
NSDAP: 2,3 %
Reichstagswahl September 1930:
NSDAP: 19,8 %
SPD: 38,6 %
KPD: 10,8 %
Reichstagswahl Juli 1932:
NSDAP: 45,2 %
SPD: 35,1 %
KPD: 10,6 %
Reichstagswahl März 1933:
NSDAP: 46,1 %
SPD: 30,8 %
KPD: 2,1 %
Die Zahlen für Anhalt sind besonders eindrucksvoll. Der eigentliche Wendepunkt lag dabei zwischen 1928 und 1930. Bei der Reichstagswahl im Mai 1928 kam die NSDAP in Anhalt nur auf 2,3 Prozent. Im September 1930 waren es bereits 19,8 Prozent. Im Juli 1932 erreichte sie schließlich 45,2 Prozent und wurde damit mit Abstand stärkste politische Kraft.
Warum konnte die NSDAP so schnell wachsen?
Dieser Aufstieg war nicht Ergebnis eines allmählichen, kontinuierlichens Wachstums. Der entscheidende Durchbruch erfolgte im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929. Gerade in Anhalt kamen mehrere Faktoren zusammen:
1. Wirtschaftliche und soziale Krisen: Anhalt war zwar ein kleiner Freistaat, verfügte aber über bedeutende Industriegebiete, insbesondere im Raum Dessau und im mitteldeutschen Industriegebiet. Arbeitslosigkeit, soziale Unsicherheit und die Krise des Mittelstandes boten der NSDAP ein günstiges Umfeld.
2. Eine stark polarisierte politische Landschaft: 1928 hatte die SPD noch 42,5 Prozent erreicht. Gleichzeitig verfügten KPD und andere linke Parteien über beträchtliche Stimmenanteile. Die politische Auseinandersetzung war damit stark von dem Konflikt zwischen Links und Rechts geprägt.
3. Der Zusammenbruch des bürgerlichen Lagers: Die NSDAP konnte zunehmend große Teile des bürgerlichen und nationalkonservativen Lagers an sich binden. Ihr Aufstieg erfolgte deshalb nicht ausschließlich auf Kosten der SPD. Auch traditionelle bürgerliche und konservative Parteien wie DVP und DNVP sowie kleinere Mittelstandsparteien verloren massiv an Zustimmung. Das lässt sich besonders deutlich beim Vergleich der Reichstagswahlen von 1928 und 1932 erkennen.
Die NSDAP wurde so innerhalb weniger Jahre zum Sammelbecken eines großen Teils des rechten und nationalkonservativen Wählerspektrums.
Zum Vergleich:
- DVP (Deutsche Volkspartei): 1928 etwa 18,6 % → 1932 nur noch etwa 1,5–2,3 %
- DNVP (Deutschnationale Volkspartei): 1928 14,2 % → 1930 3,7 %
- NSDAP: 1928 2,3 % → 1930 19,8 % → Juli 1932 45,2 %

Portrait Staatsminister und späterer Ministerpräsident Anhalts, Dr. Alfred Freyberg
Damit war die Region ein gutes Beispiel dafür, wie aus Wahlerfolgen innerhalb kürzester Zeit politische Ausschaltung, Gleichschaltung und Verfolgung wurden (Taktiken, die in der AfD auch heute wieder eine strategische Rolle spielen dürften). So wurde bereits 1933 die Entlassung des Magdeburger Oberbürgermeisters Ernst Reuter aus politischen Gründen sowie die Beschlagnahmung von SPD-Vermögens angeordnet
Und dann kam der außergewöhnliche Schritt in Anhalt
Bei der Landtagswahl am 24. April 1932 erhielt die NSDAP 40,9 Prozent der Stimmen und gewann 15 der 36 Sitze. Die SPD kam auf 34,3 Prozent und 12 Sitze. Diese Zahlen erinnern frappierend an das Ergebnis der AfD bei der jüngsten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Der entscheidende Unterschied liegt allerdings darin, dass es diesmal nicht die SPD, sondern die bislang dominierende konservative Regierungspartei CDU traf.
Nach der Wahl konnte die NSDAP gemeinsam mit der „Nationalen Arbeitsgemeinschaft“, zu der unter anderem DNVP, Stahlhelm und Hausbesitzerverbände gehörten, zügig eine Regierung bilden. Alfred Freyberg wurde Ministerpräsident. Damit verfügte die NSDAP in Anhalt bereits im April 1932 über eine von ihr geführte Landesregierung – neun Monate vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler.
Dabei ist allerdings eine historische Präzisierung wichtig: Die erste Regierungsbeteiligung eines Nationalsozialisten auf Landesebene hatte bereits 1930 in Thüringen stattgefunden. Und im Freistaat Braunschweig war die NSDAP bereits 1931 an einer Landesregierung beteiligt. Anhalt nimmt aber deshalb eine Sonderstellung ein, weil hier die NSDAP bei der Landtagswahl als stärkste Kraft hervorging und wenig später mit Alfred Freyberg den Ministerpräsidenten stellte.
War jeder NSDAP-Wähler ein überzeugter Nationalsozialist?
Die 40,9 Prozent für die NSDAP bedeuteten nicht automatisch, dass alle diese Wähler überzeugte Nationalsozialisten waren. Bei derselben Wahl stimmten immerhin 34,3 Prozent für die SPD und 9,3 Prozent für die KPD. Zusammen kamen die beiden großen Arbeiterparteien damit auf 43,6 Prozent und hätten eine Regierungsbildung versuchen können..
Anhalt als Ganzes war also noch keineswegs „nationalsozialistisch“. Vielmehr war der Freistaat politisch extrem polarisiert. Auch bei der Reichstagswahl im März 1933 – bereits unter den Bedingungen der beginnenden nationalsozialistischen Diktatur – kamen SPD und KPD zusammen noch auf einen erheblichen Stimmenanteil.
Gerade dieser Punkt ist für den historischen Vergleich zum Sachsen-Anhalt von heute wichtig: Der Aufstieg der NSDAP bedeutete nicht, dass plötzlich eine gesamte Bevölkerung geschlossen ihre politischen Vorstellungen übernommen hätte. Er vollzog sich vielmehr in einer Gesellschaft, die tief gespalten war und in der die NSDAP große Teile des rechten und nationalkonservativen Spektrums für sich gewinnen konnte.
Anhalt und die größere Region
Wenn man vom kleinen Freistaat Anhalt auf das gesamte Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt blickt, wird das Bild noch differenzierter. Anhalt war zwar ein früher Vorreiter der NSDAP. Andere Gebiete – insbesondere das industrielle Halle-Merseburg – verfügten gleichzeitig über eine ausgesprochen starke sozialdemokratische und kommunistische Arbeiterschaft.
Die Region war Anfang der 1930er Jahre also gleichzeitig eine wichtige Hochburg der NSDAP, als auch eine bedeutende Hochburg der Arbeiterbewegung. Im Ergebnis führte dies zu einer besonders heftigen politischen Konfrontation mit Straßen- und Saalgewalt.
Anhalt war außerdem keineswegs die einzige Hochburg der NSDAP im damaligen Osten Deutschlands. Ähnlich verlief die Entwicklung beispielsweise in Sachsen und Thüringen, wo die NSDAP ihre Stimmenanteile ebenfalls innerhalb weniger Jahre massiv steigern konnte.
Moderater verlief die Entwicklung dagegen im südlichen Nachbarland Bayern. Dort erreichte die NSDAP 1932 „nur“ rund 32,8 Prozent. Ein Grund dafür war die weiterhin starke Stellung der Bayerischen Volkspartei, die der NSDAP im katholisch geprägten Bayern einen wichtigen Teil des bürgerlich-konservativen Wählerspektrums streitig machte.
Der entscheidende Unterschied zwischen den einzelnen Ländern lag deshalb möglicherweise darin, wie schnell die NSDAP diese Wahlerfolge in konkrete staatliche Macht umsetzen konnte.
Thüringen, Braunschweig und Sachsen
Auch der Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass die Machtübernahme der Nazis keineswegs erst mit Hitler im Januar 1933 begann. In Thüringen war die NSDAP bereits 1930 an einer Landesregierung beteiligt. Im Freistaat Braunschweig wurde im September 1931 der Nationalsozialist Dietrich Klagges Innen- und Volksbildungsminister. Damit verfügte die NSDAP auch dort bereits vor Anhalt über einen direkten Zugang zu staatlicher Macht.
Historisch lautet die Reihenfolge bei der geplanten Machtübernahme deshalb präziser: Thüringen 1930 → Braunschweig 1931 → Anhalt 1932 → Reich/Preußen 1933. Anhalt nimmt innerhalb dieser Entwicklung dennoch eine besondere Stellung ein. Hier konnte die NSDAP nach einer Landtagswahl als stärkste Kraft eine Regierung bilden und mit Alfred Freyberg einen nationalsozialistischen Ministerpräsidenten stellen.
Anhalt ist also ein wichtiges Beispiel dafür, wie die Nationalsozialisten bereits vor der Machtübertragung an Hitler auf Reichsebene Erfahrungen mit staatlicher Regierungsverantwortung sammeln konnten. Der Nachbar Sachsen ist deshalb interessant, weil dort die NSDAP sehr stark wurde, während die Arbeiterbewegung zunächst außerordentlich einflussreich blieb. Gerade im mitteldeutschen Industriegebiet – unter anderem in Halle, Merseburg, Bitterfeld, Dessau und Magdeburg – prallten NSDAP, SPD und KPD besonders heftig aufeinander.
Freistaat Anhalt und Sachsen-Anhalt 2026
Der historische Vergleich zwischen 1932 und heute kann nach Ansicht der meisten Experten nicht lauten: “Die Geschichte wiederholt sich!” Dafür unterscheiden sich die politischen, gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik und der Bundesrepublik nach 93 Jahren zu deutlich.
Wichtiger sind die Schlüsse, die die Politik daraus ziehen sollte: Wie kann eine demokratische Partei innerhalb weniger Jahre von einer vergleichsweise unbedeutenden politischen Kraft zur stärksten Partei eines Landes werden – und welche Folgen kann es haben, wenn sich andere Parteien (wie die CDU und das BSW) anschließend auf eine Zusammenarbeit mit ihr einlassen? Die NSDAP benötigte von ihrer Gründung 1920 (Davor DAP) genau 13 Jahre bis zur Machtübernahme im Reich 1933. Die AfD wurde vor 13 Jahren gegründet.
Und genau darin liegt die Bedeutung: 1932 zeigte sich, dass ein sehr starker Wahlerfolg der NSDAP nicht automatisch das Ende der Demokratie hätte bedeuten müssen. Aber er eröffnete der Partei einen direkten Zugang zu staatlicher Macht. Von dort aus konnten politische Gegner unter Druck gesetzt, Institutionen verändert und schließlich demokratische Strukturen beseitigt werden. Der Vergleich mit der heutigen Situation sollte deshalb weniger eine Gleichsetzung von AfD und NSDAP sein als eine Warnung vor den Mechanismen politischer Radikalisierung und demokratischer Erosion.
Der Vergleich der Ergebnisse mit Sachsen-Anhalt 2026 zeigt deutlich, wie rapide sich die politische Lage in Anhalt – und etwas später auch in der übrigen Region – zugunsten der NSDAP drehte. Die Wahl und Machtübernahme von 1933 waren nicht der erste Versuch der NSDAP, staatliche Macht auszuüben. In Thüringen und Anhalt wurde bereits vorher erprobt, wie eine nationalsozialistische Regierungsbeteiligung funktionieren könnte. Deshalb ist es nach der Landtagswahl vom 6. September nur logisch, dass die heutige AfD-Führung ihren Wahlsieger Ullrich Siegmund drängt, in Magdeburg, trotz fehlender absoluter Mehrheit, eine Regierung zu bilden.
Redaktioneller Hinweis zur Entstehung dieses Beitrags
ChatGPT wurde insbesondere für die historische Einordnung und die Zusammenstellung von Material herangezogen. Auch einzelne Zahlen und Angaben mussten korrigiert beziehungsweise umformuliert werden. So erwies sich beispielsweise die zunächst angenommene Größenordnung des NSDAP-Ergebnisses in Bayern 1932 als zu hoch; der tatsächlich zugrunde gelegte Wert lag bei etwa 32,8 Prozent. Die KI-Recherchen dienten somit als Hilfsmittel und Ausgangspunkt, nicht als Ersatz für historische Quellenprüfung.
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English version:
There was a sense of dread about this beginning: On September 6, 2026, in the state election in the small eastern German state of Saxony-Anhalt, a party classified as ‘proven to be far-right-extremist’ became the largest group in the Magdeburg state parliament for the first time in post-war German history.
Although the success of the self-styled ‘Alternative for Germany’ (AfD) did not come as a complete surprise, the scale of the election result nevertheless shocked many democratic voters and observers. The number of MPs from the previously ruling Christian Democrats was more than halved in this election.
It was, of all places, the population of the former Free State of Anhalt (then with 360,000 inhabitants) that, as early as April 1932 (the first region of the German Reich to do so) elected Adolf Hitler’s National Socialists (NSDAP) as the largest parliamentary group in the state parliament of the time in a regional election. This was almost a full year before Hitler himself seized power in the Reich.
Whilst AfD supporters cheered their victory and their triumphant politicians – such as the lead candidate Ulrich Siegmund – promised drastic changes to the democratic structure of this small federal state in terms of population, the defeated politicians from the traditional parties wore expressions of concern, even panic, on their faces. Was the smallest of the eastern German federal states – which, just under a century ago, had already served as a stepping stone for the murderous ‘Third Reich’ – now also set to become a pioneer within the Federal Republic for the AfD, a party classified as far-right?
This concern is anything but unfounded. Just a few days after the right-wing’s success, hundreds of thousands across Germany took to the streets to protest against the ‘Blues’ (see the photos in my gallery). For the AfD has now become a party that seeks to overturn the existing political system and ultimately transform Germany into an illiberal state modelled on Viktor Orbán’s Hungary or the racist MAGA movement. What would that mean? Would millions of people be deported or expelled from such a state – ultimately including those with differing political views? Or perhaps the roughly 20 million Germans with a migrant background? In any case, the clear majority of Germans do not want a state in which the media are brought into line and culture is oriented towards a German nationalist agenda. Nor do they want a country that drifts politically away from the EU’s objectives, moves closer to Putin’s Russia and completely halts the transition of our economy towards a sustainable system.
The hypothetical headline, “Is Germany now hitchhiking its way to the Fourth Reich?”, hung – and still hangs – unspoken over the many statements made by experts and deeply concerned politicians on the losing side. It is not merely the aggressive rhetoric of the ‘Alternative’, which openly draws on fascist role models and Nazi language, that disparages the established democratic system in almost every speech in the Bundestag. For AfD politicians, the political opponent is, even in colloquial speech, ‘the enemy’. At official events, Nazi slogans are bellowed without restraint. In 2021, the then AfD leader Gauland even threatened the democratically elected federal government with the bellicose announcement: “We will hunt them (those in power) down!”
The Greens, in particular, are constantly vilified in the worst possible terms as “enemies of the constitution” and even threatened with “once we’re in power!” Statements that resemble Nazi slogans – such as the lyrics “and today Germany belongs to us (and tomorrow the whole world)” – send shivers down the spines of the older generation in particular, who, due to painful experience or memories, are the least likely to vote for the AfD. This party, that much is certain, operates primarily through social media, with a manifesto of false and unfulfillable promises and rhetoric reminiscent of “Nazi-speak”, embellished with rehearsed gestures from the Nazi era.
But are the “Anhalters” really leading Germany into the “Fourth Reich” with this victory? A few days later, hundreds of thousands of people took to the streets in 20 German cities, demanding a ban on the “Alternatives”. Yet, according to leading legal experts across the country, this is considered unlikely, despite all the legitimate concerns.
______________________ Background to the 1932 Anhalt election ______________________
Anhalt as an early testing ground for the NSDAP
Saxony-Anhalt played a strikingly important role in the early phase of National Socialism. The then Free State of Anhalt, with its capital Dessau, was a political ‘testing ground’ for the right wing in Weimar Republic Germany from an early stage.
In the state parliamentary election in April 1932, the NSDAP became the strongest political force with 40.9 per cent of the vote. It subsequently formed a government together with smaller national-conservative and right-wing partners. This resulted in the establishment of an NSDAP-dominated state government in Anhalt even before Hitler’s appointment as Reich Chancellor.
The political significance of this electoral success soon became apparent in the cultural sphere as well. This was particularly evident at the Bauhaus in Dessau. State and local politics, shaped by National Socialism, exerted increasing political pressure on the internationally renowned art and design school. The Bauhaus was forced to leave Dessau as early as 1932 and initially moved to Berlin, where it was finally closed in 1933.
Even today, the Bauhaus remains the subject of political debate. The AfD repeatedly criticises the institution and its state funding from a national-conservative or cultural-political perspective. However, the current situation cannot be equated with the dismantling of the Bauhaus by the National Socialists. It is precisely for this reason that one should carefully distinguish between the politics of that time and those of today when making historical comparisons.
The region’s organisational significance
The Free State of Anhalt was significant in the early phase of National Socialism not only because of its election results. From an organisational point of view, too, the region was an important stronghold for the NSDAP from an early stage. Regional party structures had already emerged by the mid-1920s, including the Gau Halle-Merseburg, which encompassed a large area comprising cities such as Halle, Merseburg, Dessau and Wittenberg, as well as numerous industrial and mining regions.
The SA (Sturmabteilung) was also firmly established in the region from an early stage.
It was not a regular police force, but a paramilitary combat and thuggish organisation of the NSDAP, which played a particularly important role in political clashes and the intimidation of political opponents. The Saxony-Anhalt State Archives, for example, document the existence of a separate SA sub-group, Magdeburg-Anhalt, for the years 1932 to 1935.
Following the National Socialists’ seizure of power in 1933, political ‘Gleichschaltung’ (standardisation) took place particularly rapidly in the region. In the Prussian province of Saxony, the NSDAP also made significant gains in the state parliamentary election of 5 March 1933. After the Communist KPD members of the state parliament had been excluded, the NSDAP held an absolute majority there. In the provincial parliament, this subsequently even led to a brawl in the chamber between the NSDAP and the SPD, provoked by the NSDAP.
The region thus became a vivid example of how electoral successes could, within a very short space of time, give rise to political marginalisation, political alignment and persecution. Inserted text
The rapid rise of the NSDAP in the East
A comparison of the election results shows how rapidly the political situation in Anhalt shifted in favour of the NSDAP between 1928 and 1932.
State Parliamentary Election 1928
- NSDAP: 2.1%
- SPD: 42.5%
- KPD: 7.5%
State Parliamentary Election April 1932
- NSDAP: 40.9%
- SPD: 34.3%
- KPD: 9.3%
A similar trend was also evident in the Reichstag elections:
1928 Reichstag election:
NSDAP: 2.3%
September 1930 Reichstag election:
NSDAP: 19.8%
SPD: 38.6%
KPD: 10.8%
Reichstag election, July 1932:
NSDAP: 45.2%
SPD: 35.1%
KPD: 10.6%
Reichstag election, March 1933:
NSDAP: 46.1%
SPD: 30.8 per cent
KPD: 2.1 per cent
The figures for Anhalt are particularly striking. The real turning point occurred between 1928 and 1930. In the Reichstag election in May 1928, the NSDAP achieved only 2.3 per cent in Anhalt. By September 1930, this had risen to 19.8 per cent. In July 1932, it finally reached 45.2 per cent, thereby becoming by far the strongest political force.
Why was the NSDAP able to grow so rapidly?
This rise was not the result of gradual, continuous growth. The decisive breakthrough occurred in the context of the Global Economic Crisis from 1929 onwards. In Anhalt in particular, several factors converged:
1. Economic and social crises: Although Anhalt was a small Free State, it had significant industrial areas, particularly in the Dessau region and the Central German industrial area. Unemployment, social insecurity and the crisis facing the middle classes provided a favourable environment for the NSDAP.
2. A highly polarised political landscape: In 1928, the SPD had still achieved 42.5 per cent of the vote. At the same time, the KPD and other left-wing parties held a considerable share of the vote. Political debate was thus strongly characterised by the conflict between the left and the right.
3. The collapse of the bourgeois camp: The NSDAP was increasingly able to win over large sections of the bourgeois and national-conservative camp. Its rise therefore did not occur solely at the expense of the SPD. Traditional bourgeois and conservative parties such as the DVP and the DNVP, as well as smaller middle-class parties, also suffered massive losses in support. This is particularly evident when comparing the Reichstag elections of 1928 and 1932.
Within just a few years, the NSDAP thus became the rallying point for a large section of the right-wing and national-conservative electoral spectrum.
By way of comparison:
- DVP (German People’s Party): 1928 approx. 18.6% → 1932 only approx. 1.5–2.3%
- DNVP (German National People’s Party): 1928 14.2% → 1930 3.7%
- NSDAP: 2.3 per cent in 1928 → 19.8 per cent in 1930 → 45.2 per cent in July 1932
Portrait of Dr Alfred Freyberg, Minister of State and later Prime Minister of AnhaltThe region thus served as a prime example of how electoral successes could, within a very short space of time, give way to political marginalisation, forced conformity and persecution (tactics which are likely to play a strategic role within the AfD once again today). As early as 1933, orders were issued for the dismissal of Magdeburg’s Lord Mayor, Ernst Reuter, on political grounds, as well as for the confiscation of SPD assets
And then came the extraordinary move in Anhalt
In the state election on 24 April 1932, the NSDAP received 40.9 per cent of the vote and won 15 of the 36 seats. The SPD secured 34.3 per cent and 12 seats. These figures are strikingly reminiscent of the AfD’s result in the most recent state election in Saxony-Anhalt. The crucial difference, however, is that this time it was not the SPD but the previously dominant conservative governing party, the CDU, that was affected.
Following the election, the NSDAP, together with the ‘National Working Group’ – which included, amongst others, the DNVP, the Stahlhelm and homeowners’ associations – was able to form a government swiftly. Alfred Freyberg became Minister-President. This meant that, as early as April 1932, the NSDAP already had a state government under its leadership in Anhalt – nine months before Hitler’s appointment as Reich Chancellor.
However, one historical clarification is important: the first time a National Socialist took part in government at state level had already taken place in Thuringia in 1930. And in the Free State of Brunswick, the NSDAP had already been part of a state government as early as 1931. Anhalt, however, occupies a special position because here the NSDAP emerged as the strongest force in the state election and, shortly afterwards, provided the Minister-President in the person of Alfred Freyberg.
Was every NSDAP voter a committed National Socialist?
The 40.9 per cent vote for the NSDAP did not automatically mean that all these voters were committed National Socialists. In the same election, 34.3 per cent voted for the SPD and 9.3 per cent for the KPD. Together, the two major workers’ parties thus accounted for 43.6 per cent and could have attempted to form a government.
Anhalt as a whole was therefore by no means ‘National Socialist’. Rather, the Free State was politically extremely polarised. Even in the Reichstag election in March 1933 – already under the conditions of the nascent National Socialist dictatorship – the SPD and KPD together still accounted for a significant share of the vote.
It is precisely this point that is important for a historical comparison with today’s Saxony-Anhalt: the rise of the NSDAP did not mean that the entire population had suddenly and unanimously adopted its political ideas. Rather, it took place in a society that was deeply divided and in which the NSDAP was able to win over large sections of the right-wing and national-conservative spectrum.
Anhalt and the wider region
If one looks beyond the small Free State of Anhalt to the entire territory of present-day Saxony-Anhalt, the picture becomes even more nuanced. Whilst Anhalt was an early stronghold of the NSDAP, other areas – particularly the industrial region of Halle-Merseburg – simultaneously boasted a remarkably strong social-democratic and communist working class.
In the early 1930s, therefore, the region was simultaneously an important stronghold of the NSDAP and a significant stronghold of the labour movement. Consequently, this led to a particularly fierce political confrontation characterised by violence on the streets and in meeting halls.
Furthermore, Anhalt was by no means the only stronghold of the NSDAP in what was then eastern Germany. Developments followed a similar course, for example, in Saxony and Thuringia, where the NSDAP was also able to massively increase its share of the vote within just a few years.
In contrast, developments were more moderate in the neighbouring southern state of Bavaria. There, the NSDAP achieved ‘only’ around 32.8 per cent in 1932. One reason for this was the continued strength of the Bavarian People’s Party, which, in predominantly Catholic Bavaria, contested a significant portion of the middle-class, conservative voter base with the NSDAP.
The decisive difference between the individual states may therefore have lain in how quickly the NSDAP was able to translate these electoral successes into concrete state power.
Thuringia, Brunswick and Saxony
A look at the neighbouring states also shows that the Nazis’ rise to power by no means began only with Hitler in January 1933. In Thuringia, the NSDAP was already part of a state government as early as 1930. In the Free State of Brunswick, the National Socialist Dietrich Klagges became Minister for the Interior and Public Education in September 1931. This meant that the NSDAP already had direct access to state power there even before Anhalt.
Historically, therefore, the sequence of the planned seizure of power is more accurately: Thuringia 1930 → Brunswick 1931 → Anhalt 1932 → Reich/Prussia 1933. Anhalt nevertheless occupies a special position within this development. Here, following a state election, the NSDAP emerged as the strongest party and was able to form a government, appointing Alfred Freyberg as a National Socialist Minister-President.
Anhalt is thus an important example of how the National Socialists were able to gain experience in governing at the state level even before power was transferred to Hitler at the Reich level. The neighbouring state of Saxony is of particular interest because the NSDAP became very strong there, whilst the labour movement initially remained exceptionally influential. It was particularly in the industrial heartland of central Germany – including Halle, Merseburg, Bitterfeld, Dessau and Magdeburg – that the NSDAP, SPD and KPD clashed most fiercely.
The Free State of Anhalt and Saxony-Anhalt in 2026
In the view of most experts, the historical comparison between 1932 and today cannot be summarised as: ‘History repeats itself!’ The political, social and institutional conditions of the Weimar Republic and the Federal Republic differ far too significantly after 93 years for that to be the case.
More important are the conclusions that politicians should draw from this: How can a democratic party go from being a comparatively insignificant political force to becoming the strongest party in a country within just a few years – and what consequences might arise if other parties (such as the CDU and the BSW) subsequently agree to cooperate with it? It took the NSDAP exactly 13 years from its foundation in 1920 (previously known as the DAP) to seize power in the Reich in 1933. The AfD was founded 13 years ago.
And this is precisely where the significance lies: in 1932, it became apparent that a very strong electoral victory for the NSDAP would not necessarily have meant the end of democracy. But it did grant the party direct access to state power. From that position, political opponents could be put under pressure, institutions altered and, ultimately, democratic structures dismantled. The comparison with the current situation should therefore be seen less as equating the AfD with the NSDAP and more as a warning against the mechanisms of political radicalisation and the erosion of democracy.
Comparing the results with those in Saxony-Anhalt in 2026 clearly shows how rapidly the political situation in Anhalt – and, somewhat later, in the rest of the region – shifted in favour of the NSDAP. The election and seizure of power in 1933 were not the NSDAP’s first attempt to exercise state power. In Thuringia and Anhalt, trials had already been conducted to see how National Socialist participation in government might work. It is therefore only logical, following the state election on 6 September, that the current AfD leadership is urging its election winner, Ullrich Siegmund, to form a government in Magdeburg, despite the lack of an absolute majority.
Editor’s note on the creation of this article
ChatGPT was used in particular for the historical context and the compilation of material. Individual figures and details also had to be corrected or reworded. For example, the initially assumed scale of the NSDAP’s result in Bavaria in 1932 proved to be too high; the actual figure used was around 32.8 per cent. The AI research thus served as an aid and starting point, not as a substitute for checking historical sources.
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