Bezauberndes Gelb – Rapsblüte im Norden

Wenige Wochen nach dem Ende des langen Winters erstrahlen viele Felder im Norden Deutschlands im “Wonnemonat” Mai in intensivstem Gelb. Die von Naturfreunden und Landschaftsfotografen gleichermaßen ersehnte  Rapsblüte macht viele Landstriche in unserem Land zum Magneten für den Tourismus in Gebieten, die sonst abseits der klassischen Urlaubsgebiete liegen. Besonders in den nord- und nordostdeutschen Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern aber auch Brandenburg wird Raps seit Jahrzehnten erfolgreich angebaut. 

Raps in verschiedenen Vorformen gab es im Mittelmeerraum und Asien schon vor über 2000 Jahren. Gezielter Rapsanbau in Europa begann aber erst im Mittelalter und besonders ab dem 16.–18. Jahrhundert. Damals nutzte man Rapsöl wegen seines bitteren Nachgeschmacks vor allem für Öllampen, als Schmierstoffe und für Seifen, jedoch nicht als Lebensmittel. Ab dem 19. Jahrhundert dann für Maschinen und in der Industrie.  Als Lebensmittel wurde das Öl erst durch die Neuzüchtung von weniger bitteren Früchten in Kanada in den 1970er Jahren interessant. Heute wird aus Raps vor allem Speiseöl, Tierfutter und (umstritten!) Biodiesel gewonnen.

   In Deutschland wird derzeit auf ungefähr 1,1 Millionen Hektar Raps angebaut (das sind rund  11.000 km²). Dies entspricht etwa der Fläche von Jamaika aber nur rund 3 Prozent der Fläche Deutschlands. Raps gehört damit zu den wichtigsten Ölpflanzen Deutschlands. In Schleswig-Holstein liegt die Rapsfläche aktuell bei ungefähr 76.000 Hektar. Damit produziert das “Land zwischen den Meeren (Nord- und Ostsee) rund 6-7 Prozent des gesamten Rapses. Wichtige europäische Anbauländer sind Frankreich (größter Produzent in EU), Deutschland, Polen, Großbritannien, aber auch die Ukraine. International sind es Kanada, China, Indien und Australien