Im Oktober 1986 erhielt ich von der afghanischen Botschaft in Neu Delhi als erster westlicher Korrespondent in der indischen Hauptstadt ein Visum  zum Besuch des Landes. Es herrschte ein inzwischen schon mehrere Jahre andauernder Krieg am Hindukusch, der zehntausende Menschen das Leben gekostet hatte. Ein Krieg zwischen schwer bewaffneten russischen Streitkräften, der offiziellen afghanischen Armee und den vom Westen – insbesondere den USA – unterstützten Mudschahedin. Diese “Freiheitskämpfer”, wie sie von den westlichen Medien anerkennend genannt wurden, waren den Russen zwar waffentechnisch weit unterlegen. Sie kämpften jedoch aus innerster Überzeugung gegen den kommunistischen Feind, der 1979 mit Truppen in das Land eingedrungen war und den”Sozialisten” Babrak Karmal als neuen Machthaber (oder Statthalter) eingesetzt hatte. Karmal wiederum wurde im Mai 1986 als Chef der regierende Sozialisten PDPA von dem energischeren und Moskau-hörigen Mohammed Nadschibullah (später nur noch Nadschib) abgelöst. Wenige Monate später konnte ich also nach Kabul fliegen. Eine Woche durfte ich mich in der Stadt frei bewegen, allerdings immer begleitet von einem Dolmetscher, der schlechtes Deutsch und kein Englisch sprach. Ein mir zugesagtes Interview mit dem neuen Statthalter kam natürlich nicht zustande, dafür konnte ich kurzfristig nach Mazaar-e-Sharif im Norden fliegen. Die Bilder, die ich mit einer Nikon FE (mit lautem Motorantrieb) auf  Fujichrome 100 ungehindert machen konnte, sind hier erstmals vollständig zu sehen. Ein längeres Feature mit Erläuterungen folgt.