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	<title>Indien Archive - Licht &amp; Schatten</title>
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	<description>Foto-Website von Christian Fürst</description>
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		<title>Vrindaban und Mathura &#8211; Lord Krishnas Wohnzimmer</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2025 17:23:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Streetfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Hindus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bettler-Rat in Vrindhaban English version following this feature Mein erster Eindruck von Vrindaban war denkbar schlecht. Die Straßen dieser kleinen Stadt, auf halbem Weg von New Delhi nach Agra, verstaubt und eng; das Stadtbild eher hässlich und unscheinbar, und die Gerüche, die einem beim Betreten der Altstadt auf dem Weg zum Yamuna-Fluss in die Nase [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><em><span style="font-size: 12px;">Bettler-Rat in Vrindhaban</span></em></p>
<p>English version following this feature</p>
<p>Mein erster Eindruck von Vrindaban war denkbar schlecht. Die Straßen dieser kleinen Stadt, auf halbem Weg von New Delhi nach Agra, verstaubt und eng; das Stadtbild eher hässlich und unscheinbar, und die Gerüche, die einem beim Betreten der Altstadt auf dem Weg zum Yamuna-Fluss in die Nase stiegen, waren alles andere als betörend. <span id="more-8789"></span>Für westliche Augen und Nasen wirkte der Ort, der wegen seiner tiefen Verbindung zu Lord Krishna (einer der wichtigsten Hindu-Gottheiten) alljährlich hunderttausende Hindu-Pilger anzieht, fast schon abstoßend. Dazu waren die engen, verwinkelten Gassen mit Bettlern aller Kategorien überfüllt, und aus vielen Häusern und den zahlreichen kleinen und großen Tempeln schallte eine Kakophonie unterschiedlicher geistlicher indischer Musik, aber auch plärrende Schlager in Hindi. Ich wurde nach kurzer Zeit in einer engen Gasse vom Gehörn einer Heiligen Kuh gerammt, was einen tiefblauen Fleck hinterließ.</p>
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<p style="text-align: center;"><em><span style="font-size: 12px;">Dhobis (Wäscher) und Pilger am Ufer des Yamuna</span></em></p>
<h5 style="text-align: center;">Wäscher, Pilger und auch mal ein Wildschwein</h5>
<p>Wenig später erreichten wir das Ufer des Yamuna-Flusses: Am anderen Ufer standen zahlreiche Männer und Frauen, meist sehr dürftig bekleidet, und schienen dort Wäsche im reichlich verschmutzten Wasser des Flusses regelrecht zu verprügeln. Es waren Dhobis, berufsmäßige Wäscher, die für ganz wenig&nbsp; Geld die Wäsche der Bevölkerung waschen. Der überwältigende Teil der Bevölkerung Indiens hat weder die Wohnungen, noch das Geld für eine Waschmaschine. Wenn man diesen Menschen bei der harten Arbeit im fließenden Wasser zuschaut, fragt man sich allerdings, wie es möglich ist, dass auch einfache und relativ arme Inder ihre Wäsche trotz der rauhen Behandlung oft so weiß bekommen (Vielleicht ist ja hier die Sonne der &#8220;Weißmachen&#8221;). Zwischen den Dhobis wimmelte es von Pilgern, die sich &#8211; leicht oder kaum bekleidet &#8211; im seichten Wasser des Yamuna selbst versenkten. Ich fotografierte das Treiben am Wasser ausgiebig. Auch die diversen Tiere &#8211; vom Wildschwein bis zum Graureiher und natürlich den heiligen Kühen oder Wasserbüffeln &#8211; sowie die Bettler, die in Vrindaban allgegenwärtig sind.</p>
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<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 12px;"><em>Witwen-Ashram: Beten um zu überleben</em></span></p>
<h5 style="text-align: center;">Das traurige Los der Witwen von Vrindaban</h5>
<p>Auf dem Rückweg durch die engen Gassen kam der Schock. Plötzlich standen wir vor einem großen alten Haus, in das von allen Seiten alte Frauen in weißen, dünnen Saris eintraten. Es war Gebetszeit! Natürlich wussten wir von den Witwen-Ashrams in Vrindaban, und dass hier die Ärmsten der Armen gezwungen seien, täglich stundenlang zu beten, um sich ihr kärgliches Essen zu verdienen. Doch der erbärmliche Anblick alter, oft fast vollständig verhüllter Frauen, auf dem Boden hockend, schmerzte mehr, als ich es erwartet hatte. Doch, was uns Menschen vor Ort über die Behandlung der hilf- und schutzlosen Frauen erzählten, sagte letztlich mehr über den Zustand der indischen Gesellschaft aus, als über diese Ashrams selbst. Vor allem im bevölkerungsreichen Norden geraten Frauen sehr oft in existentielle Not, wenn sie nach dem Tod ihres Mannes allein zurück bleiben. Versicherungen und Renten gibt es vor allem auf dem Lande nicht, wo 75 Prozent der Bevölkerung lebt. <span id="wpaicg-chat-message-56948" class="wpaicg-chat-message">In vielen Teilen des Subkontinents sind verwitwete Frauen deshalb oft mit sozialer Stigmatisierung konfrontiert. Sie können aus ihren Familien ausgeschlossen werden. Dass Witwen auf dem Subkontinent noch vor wenigen Jahrzehnten auf dem Scheiterhaufen mit den Leichen ihrer Männder verbrannt wurden, oder dass sie sich aus Verzweiflung selbst in den Verbrennungstod stürzten, ist das Ergebnis dieser&nbsp; Stigmatisierung. Die Witwen-Ashrams, die auch in Indien einen schlechten Ruf genießen, bieten diesen Frauen wenigstens einen sicheren Ort, an dem sie leben und Unterstützung finden können. Das Leid dieser Frauen hat mich in den 1980er Jahren derart berührt, dass ich noch am Morgen unserer Abreise aus Neu Delhi im Januar 1989 ein Feature über die Witwen von Vrindaban schrieb. Der Titel: &#8220;Beten, um zu überleben&#8221;.</span></p>
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<p style="text-align: center;"><span style="font-size: 12px;"><em>Mathura &#8211; Geburtsort Krishnas und Paradies für Heilige Kühe?</em></span></p>
<h5 style="text-align: center;">Die Badetanks von Mathura&nbsp;</h5>
<p>Meine Begegnungen mit Mathura (mehr als 200 000 Einwohner), das nur wenige Kilometer von Vrindaban entfernt ist, waren weniger emotional. Alles an dieser Stadt ist größer, die Straßen nicht so eng, aber ähnlich schmutzig, und irgendwie scheint es hier noch mehr dieser Heiligen Kühe zu geben, die alles verfuttern, was irgendwie zu Kauen ist, und die dennoch&nbsp; weit mehr als geduldet werden. Hier sahen wir auf dem Weg zum Ufer des Yamuna erstmals Kühe im 1. Stock eines Wohnhauses stehen. als lebten sie in einer anderen Welt. Vermutlich zieht der Geburtsort eines göttlichen Nachwuchses wie Krishna auch noch mehr Pilger an, als das kleinere Vrindaban, wo der junge und fröhliche Krishna &#8211; einem Eulenspiegel ähnlich &#8211; seinen Schabernack mit den Menschen trieb. Hier erschien der Yamuna-Fluss breiter, Die Pilgerboote größer. Aber am meisten beeindruckten uns hier mehrere riesige &#8220;Tanks&#8221;. Riesigen Schwimmbädern ähnliche Tiefbauwerke mit zahllosen Treppen, auf denen die Pilger zu ihrem heiligen Tauchbad kommen können.</p>
<p><a href="https://www.licht-und-schatten.eu/projekt/vrindhaban-und-matura-gott-krishnas-wohnzimmer/"><strong><em>Fotos von Vrindaban und Mathura und diesen &#8220;Tanks&#8221; finden Sie auf dieser Seite&nbsp;&nbsp;</em></strong></a></p>
<h5 style="text-align: center;"><em>HINTERGRUND</em></h5>
<p><strong>Mathura</strong> gilt als die Geburtsstadt von Lord Krishna, einer der wichtigsten Gottheiten im Hinduismus. Die Stadt ist ein bedeutendes Pilgerziel und zieht Gläubige aus der ganzen Welt an. Die Legenden um Krishna, insbesondere seine Kindheit und Jugend, sind tief in der Kultur und Spiritualität der Region verwurzelt. Mathura ist bekannt für seine Tempel, darunter den Krishna Janmabhoomi-Tempel, der an dem Ort errichtet wurde, an dem Krishna geboren wurde. (Chat-GPT) <strong>Vrindaban</strong>, nur wenige Kilometer von Mathura entfernt, ist der Ort, an dem Krishna seine Jugend verbrachte und viele seiner Lehren und Taten vollbrachte. Die Stadt ist berühmt für ihre zahlreichen Tempel, die den verschiedenen Aspekten von Krishnas Leben gewidmet sind, sowie für die lebendige Kultur, die von Musik, Tanz und Festen geprägt ist. Vrindavan ist besonders bekannt für das Holi-Fest, das die Liebe zwischen Krishna und Radha feiert.</p>
<p><strong><span style="font-size: 16px;">Auswirkungen des Pilgertums:&nbsp;</span></strong>Das Pilgertum nach Vrindavan und Mathura hat sowohl spirituelle als auch wirtschaftliche Auswirkungen. Spirituell bietet es den Gläubigen die Möglichkeit, ihre Hingabe zu vertiefen, an Ritualen teilzunehmen und die heiligen Stätten zu besuchen. Viele Pilger glauben, dass ein Besuch dieser Städte Segen bringt und zur spirituellen Erleuchtung führt. Wirtschaftlich profitiert die Region von den Pilgern, die in die Städte reisen. Hotels, Restaurants, Geschäfte und lokale Handwerker profitieren von der erhöhten Nachfrage. Allerdings kann Massentourismus auch Herausforderungen mit sich bringen, wie Überfüllung, Umweltbelastung und den Verlust traditioneller Lebensweisen. Übrigens: Vrindaban war in den 1980er Jahren lange auch ein Zentrum für die in Europa kritisch beäugte &#8220;Hare Krishna&#8221;-Sekte, junge und glatzköpfige Männer und Frauen, die auch hier Tag für Tag in Safran-farbigen Gewändern singend und Trommeln-schlagend durch die Straßen zogen. In Indien blieben sie unbehelligt. Heute findet man die Sekte hier allerdings nicht mehr.&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-size: 16px;">Die Situation der armen Witwen in Vrindavan</span></strong></p>
<p>Traditionell wurden Witwen in Indien stigmatisiert und oft aus ihren Familien ausgeschlossen. Viele von ihnen ziehen nach Vrindavan, in der Hoffnung, ein spirituelles Leben zu führen und durch ihre Hingabe an Krishna Erlösung zu finden.&nbsp;Die Lebensbedingungen für diese Witwen sind oft sehr schwierig. Sie leben in Armut und sind auf Almosen angewiesen, um zu überleben. Es gibt Organisationen und Initiativen, die versuchen, das Leben dieser Witwen zu verbessern, indem sie ihnen Bildung, medizinische Versorgung und Unterstützung bieten. Dennoch bleibt die Situation herausfordernd, und viele Witwen kämpfen weiterhin um Anerkennung und ein würdevolles Leben.</p>
<p><strong><span style="font-size: 16px;">Umweltprobleme </span></strong><span style="font-size: 16px;">mit dem Fluss Yamuna</span><strong><span style="font-size: 16px;">: </span></strong>Der Yamuna, der durch Mathura und Vrindaban fließt, ist stark verschmutzt. Abwässer, industrielle Abfälle und Müll gelangen in den Fluss, was zu einer erheblichen Verschlechterung der Wasserqualität führt. Diese Verschmutzung hat nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt, sondern auch auf die Gesundheit der Menschen, die auf das Wasser angewiesen sind. Wasserknappheit: Die Übernutzung von Wasserressourcen und die Verschmutzung haben zu Wasserknappheit in der Region geführt. Dies betrifft sowohl die Trinkwasserversorgung als auch die landwirtschaftliche Bewässerung. Ökologische Auswirkungen: Die Verschmutzung des Yamuna hat auch negative Auswirkungen auf die lokale Flora und Fauna.&nbsp; &nbsp;</p>
<p>&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">English Translation</p>
<p><em>Beggars&#8217; Council in Vrindhaban</em></p>
<p>My first impression of Vrindaban was extremely negative. The streets of this small town with about 80,000 inhabitants halfway between New Delhi and Agra were dusty and narrow, the townscape rather ugly and unremarkable, and the smells that hit your nose as you entered the old town on your way to the Yamuna River were anything but beguiling. To Western eyes and noses, the place, which attracts hundreds of thousands of Hindu pilgrims every year because of its deep connection to Lord Krishna (one of the most important Hindu deities), seemed almost repulsive. In addition, the narrow, winding alleys were crowded with beggars of all kinds, and a cacophony of different spiritual Indian music, but also blaring pop songs in Hindi, echoed from many houses and the numerous small and large temples. After a short time, I was rammed by the horn of a sacred cow in a narrow alley, which left a deep blue bruise.</p>
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<p><em>Dhobis (laundrymen) and pilgrims on the banks of the Yamuna</em></p>
<h5>Laundrymen, pilgrims and even a wild boar</h5>
<p>A little later we reached the banks of the Yamuna River with its typical Indian activities: On one bank, numerous men and women, most of them scantily clad, stood and seemed to be beating the laundry in the filthy water of the river. They were dhobis, professional washermen (and -women) who wash the laundry of the population for very little money. The overwhelming majority of India&#8217;s population has neither the suitable homes nor the money for a washing machine. Watching these people at work, one wonders how it is possible that even simple and relatively poor Indians often manage to get their laundry so white despite this rough treatment in often filthy water. The dhobis were surrounded by pilgrims who, also scantily clad, immersed themselves in the shallow waters of the Yamuna before climbing the pilgrim steps to put on their discarded clothes. I took lots of photos of the hustle and bustle by the water. I also photographed the various animals – from wild boars to grey herons and, of course, the sacred cows and water buffaloes – as well as the beggars who are omnipresent in Vrindaban.</p>
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<p style="text-align: center;"><em>Widows&#8217; ashram: praying to survive</em></p>
<h5>The sad fate of the widows of Vrindaban</h5>
<p>.But then, on the way back through the narrow alleys, came the shock. Suddenly we stood in front of a large old house, into which old women in thin white saris were entering from all sides. Of course, we knew about the widow ashrams in Vrindaban and that the poorest of the poor from all over India were forced to pray for hours every day to earn their meagre meals. But the pitiful sight of old women, often almost completely veiled, squatting on the floor, hurt more than I had expected. But what the local people later told us about the treatment of these helpless and defenceless women ultimately said more about the state of Indian society, especially in northern India, than about the ashrams themselves. In the densely populated north of India in particular, women face existential hardship when they are left alone after the death of their husbands. Insurance and pensions are virtually non-existent, especially in rural areas where 75 per cent of Indians live. In many parts of the subcontinent, widowed women are therefore often confronted with social stigmatisation. They can be excluded from their families. The fact that widows on the subcontinent were often burned on pyres with the corpses of their husbands, or that they threw themselves into the flames in desperation, is the result of this stigmatisation. The widow ashrams offer these women at least a safe place where they can live and find support. The suffering of these women touched me so deeply in the 1980s that on the morning of our departure from New Delhi (January 29th 1989), I wrote my last feature article out of Delhi about the widows of Vrindaban. The title: ‘Praying to survive’.</p>
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<p><em>Mathura – birthplace of Krishna and paradise for sacred cows?</em></p>
<h5>The bathing tanks of Mathura</h5>
<p>My encounters with Mathura (population over 200,000), which is only a few kilometres from Vrindaban, were less emotional. Everything about this city is bigger, the streets are not as narrow, but similarly dirty, and somehow there seem to be even more of these holy cows here, which eat everything that can be chewed and are nevertheless far more than tolerated. Here, on the way to the banks of the Yamuna, we saw cows standing on the first floor of a residential building for the first time, as if they were living in another world. Presumably, the birthplace of a divine offspring like Krishna attracts even more pilgrims than the smaller Vrindaban, where the young and cheerful Krishna – similar to a Punchinello – played his pranks on the people. Here, the Yamuna River also appeared wider. The pilgrim boats were larger. But what impressed us most here were several huge ‘tanks’. These are huge structures resembling swimming pools with countless steps that pilgrims can use to reach their sacred bathing place.</p>
<p><a href="https://www.licht-und-schatten.eu/projekt/vrindhaban-und-matura-gott-krishnas-wohnzimmer/"><b><i>Photos of Vrindaban, Mathura and these ‘tanks’ can be found on this page</i></b></a></p>
<h5>BACKGROUND</h5>
<p><b>Mathura</b> is considered the birthplace of Lord Krishna, one of the most important deities in Hinduism. The city is an important pilgrimage destination and attracts believers from all over the world. The legends surrounding Krishna, especially his childhood and youth, are deeply rooted in the culture and spirituality of the region. Mathura is known for its temples, including the Krishna Janmabhoomi Temple, which was built on the site where Krishna was born. (Chat-GPT) Vrindaban, just a few kilometres from Mathura, is where Krishna spent his youth and performed many of his famous teachings and deeds. The city is famous for its numerous temples dedicated to various aspects of Krishna&#8217;s life, as well as for its vibrant culture characterised by music, dance and festivals. Vrindavan is particularly famous for the Holi festival, which celebrates the love between Krishna and Radha.</p>
<p><b>Impact of pilgrimage: </b>Pilgrimage to Vrindavan and Mathura has both spiritual and economic impacts. Spiritually, it offers believers the opportunity to deepen their devotion, participate in rituals and visit the holy sites. Many pilgrims believe that visiting these cities brings blessings and leads to spiritual enlightenment. Economically, the region benefits from the pilgrims who travel to the cities. Hotels, restaurants, shops and local artisans benefit from the increased demand. However, mass tourism can also bring challenges, such as overcrowding, environmental pollution and the loss of traditional ways of life.</p>
<p><strong>The situation of poor widows in Vrindavan</strong></p>
<p>Traditionally, widows in India have been stigmatised and often excluded from their families. Many of them move to Vrindavan in the hope of leading a spiritual life and finding salvation through their devotion to Krishna. The living conditions for these widows are often very difficult. They live in poverty and depend on alms to survive. There are organisations and initiatives that try to improve the lives of these widows by providing them with education, medical care and support. Nevertheless, the situation remains challenging, and many widows continue to struggle for recognition and a dignified life.</p>
<p><strong>Environmental problems</strong> with the Yamuna River: The Yamuna River, which flows through Mathura and Vrindavan, is heavily polluted. Sewage, industrial waste and rubbish enter the river, leading to a significant deterioration in water quality. This pollution not only affects the environment but also the health of the people who depend on the water. <b>Water scarcity</b>: Overuse of water resources and pollution have led to water scarcity in the region. This affects both drinking water supplies and agricultural irrigation. <b>Ecological impact</b>: The pollution of the Yamuna also has a negative impact on the local flora and fauna.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Missachtete Minderheit &#8211; Indiens Töchter</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2025 11:10:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Streetfotografie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>English translation following this story Indische Frauen gelten als besonders schön. Neun Mal erhielten sie in den vergangenen Jahrzehnten den Titel „Miss World“ oder „Miss Universe“. Indische Frauen haben sich erfolgreich in großen Wirtschaftsunternehmen profiliert und sind im Management ebenso erfolgreich, wie in der Wissenschaft. In den USA schaffte die Halb-Inderin Kamala Harris 2020 den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>English translation following this story</em></p>
<p>Indische Frauen gelten als besonders schön. Neun Mal erhielten sie in den vergangenen Jahrzehnten den Titel „Miss World“ oder „Miss Universe“. Indische Frauen haben sich erfolgreich in großen Wirtschaftsunternehmen profiliert und sind im Management ebenso erfolgreich, wie in der Wissenschaft. <span id="more-6633"></span>In den USA schaffte die Halb-Inderin Kamala Harris 2020 den Aufstieg zur Vizepräsidentin und vier Jahre später sogar zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Im Ausland treten junge Inderinnen heute selbstbewusst in der Öffentlichkeit auf. Sie arbeiten in verantwortungsvollen Positionen, auch in internationalen, politischen Organisationen.</p>
<p>In Indiens Metropolen, wie in Mumbai (früher Bombay), Neu Delhi, Chennai (Madras) oder dem früheren Bangalore zeigen sich Frauen aller Altersklassen öffentlich gleichberechtigt, ob in traditionell indischer oder westlicher Bekleidung. Frauen aus höheren Einkommensklassen steuern selbstverständlich ihr Auto oder werden von ihrem Chauffeur gefahren. Doch außerhalb des öffentlichen Scheinwerferlichts ist die Lage für Frauen und Mädchen auf dem Subkontinent alles andere als rosig. Im Vergleich zur männlichen Konkurrenz sind Mädchen und Frauen vor allem in ländlichen Regionen auch im 21. Jahrhundert viel zu häufig „zweite Wahl“.</p>
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<h3>Frauen in Indien eine Minderheit</h3>
<p>Das zeigt sich bereits bei einem ersten Blick auf die Statistik des bevölkerungsreichsten Landes der Erde. Auf dem Subkontinent gibt es weniger Frauen als Männer. Während in fast allen Ländern der Welt, auch in ärmeren Schwellenländern, die Zahl der Frauen stets die der Männer leicht übersteigt (wofür meist biologisch-medizinische Faktoren verantwortlich gemacht werden), sind in Indien mit seinen mehr als 1,4 Milliarden Menschen nur 48,4 Prozent weiblich.</p>
<p>Frauen sind also in der Minderheit, obwohl laut Statistik deren Lebenserwartung in nahezu allen Bundesstaaten durchschnittlich um drei Jahre über der der Männer liegt. Einzig der Südwest-indische Staat Kerala, der lange von den Kommunisten regiert wurde, hat einen Frauenüberschuss und eine fast hundertprozentige Alphabetisierungsrate. Bemerkenswert: Überall dort, wo historisch Matriarchate dominieren, ist auch die Lage der Frauen stabiler.</p>
<h3>Vorsicht vor Statistiken</h3>
<p>Doch Statistiken auf dem Subkontinent sind nur mit Vorsicht zu genießen. Das trifft umso mehr zu, wenn es um Verbrechen gegen Frauen geht. So wurden in den 2020er Jahren nach offiziellen Angaben in ganz Indien etwa 450 000 Straftaten pro Jahr gegen Frauen registriert, mit zunehmender Tendenz. In Deutschland mit seinen 80 Milionen Einwohnern waren es 2023 Zum Vergleich etwa 180 000 Fälle häuslicher Gewalt durch Männer. Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung Indiens müssten dort also mindestens 3,15 Millionen Straftaten gegen Frauen pro Jahr gemeldet werden. Dass Indien mit seiner 17,5 Mal höheren Einwohnerzahl rechnerisch erheblich weniger Straftaten gegen Frauen registriert haben soll, muss daher stark bezweifelt werden.</p>
<p>Sehr häufig werden Gewalttaten gegen Frauen in Indien gar nicht erst angezeigt. Oder sie werden von den Behörden niedergeschlagen, bevor es zu einer Anklage kommt. In ländlichen Gemeinschaften werden manche Verbrechen, einschließlich der Frauen-Morde, sogar mit Wissen von sogenannten Dorfräten begangen, berichten indische Medien. In den meisten gemeldeten Fällen werden Mädchen und Frauen von ihren Ehemännern und ihren Schwiegermüttern wegen einer nach Ansicht der Täter zu geringen Mitgift ermordet. Die gilt, trotz eines gesetzlichen Verbots aus den 1960er Jahren im ganzen Land bis heute noch immer als wichtiger Bestandteil von Eheverträgen.</p>
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<p data-start="973" data-end="1022"><em>&#8220;Das indische Strafrecht schützt Frauen theoretisch. Doch in der Realität werden sie von der Polizei, vom System und der Gesellschaft im Stich gelassen.&#8221;</em> (Vinda Grover, Menschenrechtsanwältin)</p>
<h3 data-start="973" data-end="1022">Tausende Dowry-Morde jedes Jahr</h3>
<p>Offiziell wurden 2021 in ganz Indien nach amtlichen Zahlen 6 589&nbsp; Mitgift-Morde registriert. Auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet, wären das allein schon etwa drei Mal so viele Femizide, wie in Deutschland. Doch vermutlich liegt die Zahl der Frauenmorde aus Habgier oder sogenannte Ehrenmorde indischen Medien zufolge deutlich über den amtlichen Zahlen. Die meisten Gewalttaten werden aus Nordindien berichtet. Schon vor 40 Jahren machten Berichte aus der Hauptstadt Neu Delhi Schlagzeilen, wo innerhalb eines Jahres 1300 Dowry-Morde registriert wurden.</p>
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<p><em data-start="692" data-end="861">„Es gibt eine stille, aber sehr reale Gewalt gegen Frauen – in der Politik, in der Gesellschaft, in der Familie. Und sie ist überall sichtbar, wenn man nur hinschaut.“</em> (Arundhati Roy, Schriftstellerin und Aktivistin. Booker Prize für &#8220;Der Gott der kleinen Dinge&#8221;)</p>
<p>Mädchen und Frauen wurden und werden in Indien traditionell benachteiligt. Die Gesellschaft ist im Norden stark patriarchalisch geprägt. Mädchen gelten mit ihrer Geburt als Belastung für die Familien. Mäner dagegen haben besonders auf dem Land den Rang des „Ernährers“ und Jungen sind die „Stammhalter“. Frauen werden auf ihre Rolle als Ehefrau und Mutter reduziert. Entscheidungen – ob über Ausbildung, Ehe oder Beruf – treffen Väter und Ehemänner.</p>
<h4>Weibliche Kindstötung schon vor der Geburt</h4>
<p>Die schonungslose Benachteiligung der Mädchen beginnt auf dem Land, wo etwa 70 Prozent aller Inder wohnen, oft schon vor der Geburt. Weibliche Kindstötung und selektive Abtreibung waren auf dem Subkontinent noch vor wenigen Jahren – ähnlich wie in China &#8211; an der Tagesordnung. Das traurige Schicksal hunderttausender&nbsp; weiblicher Föten war mit dem Auftauchen geschlechtsspezifischer Fruchtwasser-Untersuchungen und von Ultraschallgeräten besiegelt worden. Überall in Indien machten Abtreibungskliniken auf. Ehepaare wollten gezielt nur männliche Babys zur Welt bringen. In den späten 1980er Jahren machten Berichte Schlagzeilen, wonach bei Razzien in einer Abtreibungsklinik im damaligen Bombay (Mumbai) mehr als 1000 abgetriebene Föten untersucht wurden: Nur einer der Föten war männlich.</p>
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<p><em data-start="1060" data-end="1180">„Indien ist ein Land mit millionenfachen verlorenen Frauenleben – durch Benachteiligung, Vernachlässigung und Gewalt.“ (Amartyia Sen, Nobelpreisträger Wirtschaft. </em>Er prägte den Begriff der „missing women“ – also der statistisch fehlenden Millionen Frauen in Ländern wie Indien und China, verursacht durch weibliche Kindstötung, Unterernährung und fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung)</p>
<p>Schätzungen zufolge wurden auf dem Subkontinent zwischen 1980 und 2010 etwa 4,2 bis 12,1 Millionen weiblicher Föten selektiv abgetrieben. Diese Praxis trägt vermutlich erheblich zum Ungleichgewicht im Geschlechterverhältnis bei, das je nach Bundesstaat bei bis zu 48:52 liegt. In einigen Bundesstaaten, wie in Haryana und dem Punjab hat dieses biologisch und medizinische Missverhältnis dazu geführt, dass viele junge Männer ihre Heimat verlassen müssen, weil sie dort keine Partnerinnen mehr finden.</p>
<h3>Selbst bei der Ernährung benachteiligt</h3>
<p>Haben Mädchen diese erste, tödliche Hürde in ihrem Leben überlebt, warten vor allem auf dem weiten Land weitere Hindernisse auf sie. Da wäre zunächst die Ernährung. In der traditionellen Dorfgemeinschaft, wo Familien überwiegend von Landwirtschaft und Tageslohn leben, geht die Essensverteilung oft noch immer nach der alten Regel: Erst bekommt der Ehemann und Vater, dann die Söhne, dann die Töchter und am Ende die Mutter zu essen. Chronische Unterernährung der Mädchen könnte also die Folge sein.</p>
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<p><em data-start="318" data-end="456">„In Indien zu einer Frau heranzuwachsen bedeutet, ständig zu lernen, was man nicht darf – statt ermutigt zu werden, was man alles kann.“</em> (Pryianka Chopra, Schauspielerin und UNICEF-Botschafterin)</p>
<p>Auch wenn sich die Bevölkerungsexplosion auf dem Subkontinent über die vergangenen Jahrzehnte etwas verlangsamt hat, ist die Armut in den kinderreichen Familien auf dem Land ein weiterer, entscheidender Faktor. Auch und gerade bei der Bildung. Offiziellen Statistiken zufolge ist in den Dörfern die Zahl der Analphabeten deutlich höher, als in den Städten; und Schulbildung wird den Mädchen dort eher vorenthalten, als ihren Brüdern.</p>
<p>Im Jahr 2011 lag die Alphabetisierungsrate in Indien offiziell bei insgesamt rund 74 Prozent, mit ca 82 Prozent bei Männern und 65,5 Prozent bei Frauen. Auch wenn diese Zahlen zu positiv erscheinen, deuten sie doch schon auf eines der Hauptprobleme. Sehr viele Millionen Frauen (und natürlich auch Männer) stehen dem indischen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, oder im besten Fall als Hilfsarbeiter für die üblichen Knochenarbeiten (Bau, Straßenbau, Landwirtschaft oder einfache Handarbeit in Sweatshops etc.) Außerdem erschweren sie die Bildung der Frauen im sozialmedizinischen Bereich, etwa bei der Familienplanung, der Empfängnisverhütung.</p>
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<p><em data-start="1824" data-end="1958">„Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern. Bildung ist der Weg zur Emanzipation – gerade für Mädchen.“ (Malala Yousafzai, pakistanische Friedensnobelpreisträgerin)</em></p>
<p>Während die Entwicklung auf dem Lande, auch wegen fehlender Infrastruktur, nur langsam fortschreitet, verweisen die Regierungen in den städtischen Ballungsräumen auf deutliche Fortschritte. Die Alphabetisierungsrate der jungen Frauen liegt in Delhi und anderen Metropolen teils bei 90+ Prozent. Doch selbst hier hinkt die gesellschaftliche Entwicklung den Bedürfnissen und Wünschen vor allem jüngerer Frauen hinterher. Denn noch immer gelten die alten Familienregeln.</p>
<h3>Hauptrolle der Frau ist die Mutterschaft</h3>
<p>Die Hauptrolle der Frau ist die Mutterschaft. Noch immer wird auch die große Mehrzahl der Ehen von den Eltern arrangiert. Scheidungen sind noch immer eher selten. Gleichgeschlechtliche Liebe ist zwar seit 2018 nicht mehr verboten, doch gibt es keine anerkannten Ehen zwischen Schwulen oder lesbischen Paaren. Frauen, die &#8220;Single&#8221; leben wollen, haben es schwer, akzeptiert zu werden. Vermutlich auch wegen der fehlenden sozialen Absicherung im Alter. Die Gesellschaft auf dem Lande ist nach wie vor weitaus rückständiger, als die in den riesigen Metropolen (Großraum Delhi ca 30 Million Einwohner).</p>
<p>Besonders trifft die Härte der ländlichen Dorfgesellschaft die Witwen, die sehr oft völlig mittellos am Rande der Dorfgemeinschaft leben und von deren Gnade abhängen. Zwar ist &#8220;Sati&#8221;, die Witwenverbrennung, seit 1987 gesetzlich verboten, doch überlebende Frauen werden oft diskriminiert und verfolgt und von gesellschaftlichen Ereignissen ausgeschlossen. Außerdem werden sie gezwungen, weiße Kleidung zu tragen und oft in sogenannte Witwen-Ashrams &#8211; etwa in den Städten Vrindaban oder Varanasi getrieben, wo sie für eine tägliche Mahlzeit tagsüber oft stundenlang beten müssen. Ein Alter in Würde ist für diese Mittellosen unmöglich.</p>
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<p><em><span style="font-size: 13px;">Mehr als 15 000 Witwen leben in Städten wie Vrindaban am Yamuna oder in Varanasi am Ganges in bitterster Armut. In sogenannten Witwen-Ashrams müssen sie täglich stundenlang beten. Ihr Lohn: Ein dürftiges Mittagessen</span></em></p>
<p><a href="https://www.licht-und-schatten.eu/galerie/">Den direkten Link zur Bildergalerie für dieses Feature finden Sie hier</a></p>
<p data-start="692" data-end="861"><strong><em>english translation</em></strong></p>
<p>Indian women are considered particularly beautiful. They have won the title of ‘Miss World’ or ‘Miss Universe’ nine times in recent decades. Indian women have made a name for themselves in large commercial enterprises and are just as successful in management as they are in science. In the United States, Kamala Harris, who is half Indian, rose to become vice president in 2020 and, four years later, even became the Democratic presidential candidate. Young Indian women today appear confident in public abroad. They work in positions of responsibility, including in international political organisations.</p>
<p>In India&#8217;s major cities, such as Mumbai (formerly Bombay), New Delhi, Chennai (Madras) and the former Bangalore, women of all ages appear in public as equals, whether in traditional Indian or Western clothing. Women from higher income groups drive their own cars or are driven by chauffeurs as a matter of course. But away from the public spotlight, the situation for women and girls on the subcontinent is anything but rosy. Compared to their male counterparts, girls and women, especially in rural areas, are still far too often the ‘second choice’ even in the 21st century.</p>
<h3>Women in India are a minority</h3>
<p>This is evident at first glance from the statistics of the world&#8217;s most populous country. There are fewer women than men on the subcontinent. While in almost all countries of the world, including poorer emerging economies, the number of women always slightly exceeds that of men (for which biological and medical factors are usually responsible), in India, with its more than 1.4 billion people, only 48.4 per cent are female.</p>
<p>Women are therefore in the minority, even though, according to statistics, their life expectancy in almost all states is on average three years higher than that of men. Only the southwestern Indian state of Kerala, which was long ruled by communists, has a surplus of women and an almost 100 per cent literacy rate. It is noteworthy that wherever matriarchies have historically dominated, the situation of women is also more stable.</p>
<h3>Be wary of statistics</h3>
<p>However, statistics on the subcontinent should be treated with caution. This is all the more true when it comes to crimes against women. According to official figures, around 450,000 crimes against women were reported across India in 2020, with an upward trend. In Germany, with its 80 million inhabitants, there were 180,000 cases of domestic violence by men in 2023. Based on India&#8217;s total population, this means that at least 3.15 million crimes against women would have to be reported there every year. It is therefore highly doubtful that India, with its 17.5 times higher population, has recorded significantly fewer crimes against women.</p>
<p>Very often, acts of violence against women in India are not even reported. Or they are suppressed by the authorities before charges are brought. In rural communities, some crimes, including the murder of women, are even committed with the knowledge of so-called village councils, according to Indian media reports. In most reported cases, girls and women are murdered by their husbands and mothers-in-law because the perpetrators consider the dowry to be too low. Despite a nationwide ban in the 1960s, dowries are still considered an important part of marriage contracts.</p>
<p><i>‘<strong>Indian criminal law protects women in theory. But in reality, they are let down by the police, the system and society.’</strong></i><strong> (Vinda Grover, human rights lawyer)</strong></p>
<h3>Thousands of dowry murders every year</h3>
<p>According to official figures, 6,589 dowry murders were recorded across India in 2021. Extrapolated to the total population, that would be about three times as many femicides as in Germany. However, according to Indian media, the number of women murdered out of greed or so-called honour killings is likely to be significantly higher than the official figures. Most of the violent crimes are reported in northern India. Forty years ago, reports from the capital New Delhi made headlines when 1,300 dowry murders were recorded in a single year.</p>
<p><i>‘<strong>There is a silent but very real violence against women – in politics, in society, in the family. And it is visible everywhere, if you just look.’</strong></i><strong> (Arundhati Roy, writer and activist. Booker Prize winner for ‘The God of Small Things’)</strong></p>
<p>Girls and women have traditionally been disadvantaged in India. Society in the north is strongly patriarchal. Girls are considered a burden on their families from birth. Men, on the other hand, have the status of ‘breadwinners’, especially in rural areas, and boys are the ‘heirs’. Women are reduced to their role as wives and mothers. Decisions – whether about education, marriage or career – are made by fathers and husbands.</p>
<h4>Female infanticide even before birth</h4>
<p>The relentless discrimination against girls begins in rural areas, where around 70 per cent of all Indians live, often even before birth. Female infanticide and selective abortion were commonplace on the subcontinent just a few years ago, as they were in China. The sad fate of hundreds of thousands of female foetuses was sealed with the advent of gender-specific amniotic fluid tests and ultrasound equipment. Abortion clinics sprang up all over India. Married couples wanted to give birth only to male babies. In the late 1980s, reports made headlines that more than 1,000 aborted foetuses had been examined during raids on an abortion clinic in what was then Bombay (Mumbai): only one of the foetuses was male.</p>
<p><i>‘<strong>India is a country with millions of lost women&#8217;s lives – through discrimination, neglect and violence.’ (Amartyia Sen, Nobel Prize winner in economics. </strong></i><strong>He coined the term ‘missing women’ – referring to the millions of women statistically missing in countries such as India and China as a result of female infanticide, malnutrition and lack of access to medical care).</strong></p>
<p>According to estimates, between 1980 and 2010, approximately 4.2 to 12.1 million female foetuses were selectively aborted on the subcontinent. This practice is thought to contribute significantly to the gender imbalance, which is as high as 48:52 in some states. In some states, such as Haryana and Punjab, this biological and medical imbalance has led to many young men having to leave their homes because they can no longer find partners there.</p>
<h3>Disadvantaged even when it comes to nutrition</h3>
<p>Even if girls survive this first deadly hurdle in their lives, further obstacles await them, especially in rural areas. First and foremost is nutrition. In traditional village communities, where families live mainly from agriculture and daily wages, food is often still distributed according to the old rule: first the husband and father eat, then the sons, then the daughters and finally the mother. This can result in chronic malnutrition among girls.</p>
<p><i>‘<strong>Growing up as a woman in India means constantly learning what you can&#8217;t do – instead of being encouraged to do everything you can.’</strong></i><strong> (Pryianka Chopra, actress and UNICEF ambassador)</strong></p>
<p>Even though the population explosion on the subcontinent has slowed somewhat over the past decades, poverty in large families in rural areas is another decisive factor. This is particularly true in education. According to official statistics, the illiteracy rate in villages is significantly higher than in cities, and girls are more likely to be denied an education than their brothers.</p>
<p>In 2011, the official literacy rate in India was around 74 per cent overall, with approximately 82 per cent for men and 65.5 per cent for women. Even if these figures seem too positive, they already point to one of the main problems. Many millions of women (and of course men) are not available to the Indian labour market, or at best as unskilled workers for the usual back-breaking jobs (construction, road building, agriculture or simple manual labour in sweatshops, etc.). They also make it difficult for women to receive education in the socio-medical field, for example in family planning and contraception.</p>
<p><em>‘<strong>One child, one teacher, one book and one pen can change the world. Education is the path to emancipation – especially for girls.’ (Malala Yousafzai, Pakistani Nobel Peace Prize winner)</strong></em></p>
<p>While development in rural areas is progressing slowly, partly due to a lack of infrastructure, governments in urban centres point to significant progress. The literacy rate among young women in Delhi and other major cities is over 90 per cent in some cases. But even here, social development is lagging behind the needs and wishes of younger women in particular. This is because the old family rules still apply.</p>
<h3>The main role of women is motherhood</h3>
<p>The main role of women is motherhood. The vast majority of marriages are still arranged by parents. Divorces are still relatively rare. Although same-sex love has not been illegal since 2018, there are no recognised marriages between gay or lesbian couples. Women who want to live ‘single’ find it difficult to be accepted. This is probably also due to the lack of social security in old age. Rural society is still far more backward than in the huge metropolises (Greater Delhi has a population of around 30 million).</p>
<p>The harshness of rural village society particularly affects widows, who very often live completely destitute on the margins of the village community and depend on its mercy. Although ‘sati’, the burning of widows, has been prohibited by law since 1987, surviving women are often discriminated against, persecuted and excluded from social events. They are also forced to wear white clothing and are often driven into so-called widow ashrams – for example in the cities of Vrindaban or Varanasi – where they often have to pray for hours during the day for a single meal. A dignified old age is impossible for these destitute women.</p>
<p><strong><em>More than 15,000 widows live in cities such as Vrindaban on the Yamuna River or Varanasi on the Ganges in abject poverty. In so-called widow ashrams, they must pray for hours every day. Their reward: a meagre lunch.</em></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.licht-und-schatten.eu/indiens-missachtete-toechter/">Missachtete Minderheit &#8211; Indiens Töchter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.licht-und-schatten.eu">Licht &amp; Schatten</a>.</p>
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		<title>Pushkar &#8211; Kamelmarkt in der Wüste</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Mar 2025 21:15:04 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die kleine Stadt Pushkar im südlichen Rajasthan ist an elf Monaten des Jahres ein beschaulicher Ort. Mit seinen 500 Tempeln bei geschätzten 30 000&#160; Einwohnern gehört der Ort zu den ältesten und gleichzeitig heiligsten Städten Indiens, die hinduistische Pilger vom ganzen Subkontinent anzieht. Besonders die Anhänger des hinduistischen Schöpfer-Gottes Brahma zieht es in die weiße [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Die kleine Stadt Pushkar im südlichen Rajasthan ist an elf Monaten des Jahres ein beschaulicher Ort. Mit seinen 500 Tempeln bei geschätzten 30 000&nbsp; Einwohnern gehört der Ort zu den ältesten und gleichzeitig heiligsten Städten Indiens, die hinduistische Pilger vom ganzen Subkontinent anzieht.<span id="more-5689"></span> Besonders die Anhänger des hinduistischen Schöpfer-Gottes Brahma zieht es in die weiße Wüstenstadt in der Thar-Wüste. Denn in Pushkar steht einer der wenigen Brahma gewidmeten Tempel Indiens. Und diese Gottheit sorgte nach der Überlieferung dafür, dass der Ort religiöse Berühmtheit erlangte. Denn der Welten-Schöpfer ließ über der Stadt einst eine Lotos-Blüte fallen, und dort, wo diese den Boden berührte, entstand ein See mitten in der Wüste, dessen sauberes Wasser nun schon seit Jahrhunderten die Gläubigen alljährlich zum heiligen Bad lädt.</p>
<div id="attachment_5576" style="width: 1810px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5576" class="wp-image-5576 size-full" src="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003.jpg" alt="" width="1800" height="1219" srcset="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003.jpg 1800w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003-300x203.jpg 300w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003-1024x693.jpg 1024w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003-768x520.jpg 768w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003-1536x1040.jpg 1536w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-003-70x47.jpg 70w" sizes="(max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><p id="caption-attachment-5576" class="wp-caption-text"><em><span style="font-size: 13px;">Auf insgesamt 52 Ghats (Terrassen) am See herrscht vor allem Nachts Hochbetrieb</span></em></p></div>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Im hinduistischen Monat Kartig (Oktober/November), findet deshalb am Rande der Wüste die religiöse Pushkar-Mela (Fest) statt, die zu den schönsten und farbenprächtigsten Festen auf dem Subkontinent gehört. Gleichzeitig mit dem Fest treffen sich am Rande des Ortes Bauern und Händler in den Dünen der Wüste zu einem großen Kamelmarkt, der den Ruf der Stadt in der ganzen westlichen Welt verbreitet hat. Der Kamelmarkt von Pushkar lässt sich nach Studien von Historikern bis ins 19. Jahrhundert zurück verfolgen. Jahr für Jahr, aus Anlass der berühmten&nbsp; Vollmond-Nacht des Kartiks, zieht es zehntausende Gläubige zu dem kleinen See, in dem sie sich all ihrer Sünden entledigen wollen.</span></p>
<h5 class="western"><span style="font-family: Montserrat;">Vom familiären Fest zum Massentourismus</span></h5>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Meine Frau und ich hatten das große Glück, diese Pushkar-Mela im November 1988 besuchen zu dürfen, als sie noch einem großen Familientreffen der Wüstenbewohner glich. Auch in jenem Jahr trafen sich auf den Hügeln und den überwachsenen Dünen vor der Stadt Hunderte Kameltreiber und Händler, um Tiere zu kaufen oder zu tauschen. Kamele, (in Indien sind dies fast ausschließlich ein-höckrige Dromedare) dienten damals überall im Wüstenstaat Rajasthan als Zugtiere in der Landwirtschaft. Seither aber wurden sie in der Landwirtschaft weitgehend durch modernere Traktoren ersetzt.</span></p>
<div id="attachment_5619" style="width: 1810px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5619" class="size-full wp-image-5619" src="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046.jpg" alt="" width="1800" height="1279" srcset="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046.jpg 1800w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046-300x213.jpg 300w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046-1024x728.jpg 1024w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046-768x546.jpg 768w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046-1536x1091.jpg 1536w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-046-70x50.jpg 70w" sizes="(max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><p id="caption-attachment-5619" class="wp-caption-text"><em><span style="font-size: 13px;">Ein Farbenmeer ergießt sich über die Stadt und die benachbarte Wüste. Dazu laute Musik und das schreiende Wiehern der Kamele</span></em></p></div>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Die meisten der Händler kannten sich. Ihre Frauen und Kinder kamen auf altertümlichen und völlig überladenen Traktoren mit zu dem Fest, um die Tiere während des zehntägigen Fests zu versorgen und um sich durch den Bade-Ritus zu &#8220;reinigen&#8221;. Ziel der Pilgerschaft sind bis heute die 52 Uferterrassen (Ghats) zu dem Heiligen See am Rande der Stadt, wo sich die Gläubigen zum Lautsprecherklang religiöser Gesänge auf ein kurzes Tauchbad vorbereiten. Anschließend geht es in die örtlichen Tempel, vor allem den berühmten Brahma-Tempel. Doch Pushkar zieht nicht nur gläubige Hindus an. Vor allem in den 1960er und 1970er Jahren ließen sich hier auch Hippies aus aller Welt nieder. Auch der Savitri-Tempel lockt Pilger und Touristen, weil er auf einem Hügel liegt, der einen guten Überblick über die umgebende Wüstenlandschaft gibt.&nbsp;</span></p>
<div id="attachment_5579" style="width: 1810px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5579" class="size-full wp-image-5579" src="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006.jpg" alt="Pilger blicken auf die Ghats am anderen Ende des Heiligen Sees" width="1800" height="1188" srcset="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006.jpg 1800w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006-300x198.jpg 300w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006-1024x676.jpg 1024w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006-768x507.jpg 768w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006-1536x1014.jpg 1536w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-006-70x46.jpg 70w" sizes="(max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><p id="caption-attachment-5579" class="wp-caption-text"><em><span style="font-size: 13px;">Pilger blicken auf die Ghats am anderen Ende des Heiligen Sees</span></em></p></div>
<h5 class="western">Vom Familienfest zum &#8220;Event&#8221;</h5>
<p data-start="2242" data-end="2524">Pushkar ist an den übrigen Monaten des Jahres eine Oase der Ruhe, in der sich westliche Backpacker, Sadhus (heilige Männer) und Pilger begegnen. Diese Stadt lebt vegetarisch, und Alkohol ist hier verboten.</p>
<hr data-start="2526" data-end="2529">
<p><span style="font-family: Montserrat;">Jahrzehnte lang feierte die Landbevölkerung, überwiegend Bewohner der Wüstenregion, das Fest unter sich. Doch schon in den 1980er Jahren beschränkte die Regierung Rajasthans und auch die Zentralregierung in Neu Delhi den Zugang zu der Mela für Ausländer und andere ortsfremde Gäste, um den traditionellen Charakter der religiösen Feierlichkeiten zu bewahren. Besuchserlaubnisse gab es nur auf Antrag und fast nur für VIPs, Politiker und Diplomaten. Und selbst diese mussten sich bis zu einem Jahr im Voraus für den Besuch anmelden, denn in Pushkar gab es zu jener Zeit praktisch keine Hotelbetten. Die Schlafgelegenheiten in den für Touristen aufgebauten Zelten waren schnell ausgebucht.</span></p>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Doch im Laufe der seither vergangenen Jahrzehnte entwickelte sich das Fest rund um den Kamelmarkt auf Drängen der Tourismus-Manager zu einem Massen-&#8220;Event&#8221;, zu dem inzwischen nach Schätzungen jährlich zwischen 200 000 und einer Million Gäste aus aller Welt nach Pushkar reisen. Dort werden ihnen an sieben bis zehn Tagen &#8211; neben dem berühmten Kamelmarkt &#8211; auch religiöse Zeremonien, Kamelrennen und andere Unterhaltungsprogramme geboten. Selbst Karussele und Riesenräder wurden hier am Rande der Wüste schon von Reisenden gesichtet. Seinen alten, romantischen Reiz aber hat der Kamelmarkt von Pushkar nach Ansicht von Kennern damit eingebüßt. </span></p>
<div id="attachment_5628" style="width: 1810px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5628" class="size-full wp-image-5628" src="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055.jpg" alt="" width="1800" height="1308" srcset="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055.jpg 1800w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055-300x218.jpg 300w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055-1024x744.jpg 1024w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055-768x558.jpg 768w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055-1536x1116.jpg 1536w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-055-70x51.jpg 70w" sizes="auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><p id="caption-attachment-5628" class="wp-caption-text"><em><span style="font-size: 13px;">Die kostbaren Kamele/Dromedare müssen ständig bewacht werden, denn weggelaufene Tiere sind kaum wieder einzufangen</span></em></p></div>
<h5 class="western"><span style="font-family: Montserrat;">Pushkar wurde zum Spektakel</span></h5>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Heute verwandelt sich die Wüste um den Ort während der Mela in einen riesigen, aber auch lärmigen Jahrmarkt, auf dem kunstvoll aber grell geschmückte Kamele mit bunten Decken, Perlenketten und kunstvollen Rasurmustern auf den Körpern auf neue Besitzer und ausländischen Gäste warten. Zudem haben die Veranstalter noch &#8220;Kamel-Schönheitswettbewerbe&#8221; im Programm sowie Kamelrennen, traditionelle rajasthanische Tänze und Akrobatikshows.</span></p>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Für alle, die die alte Mela nicht kannten, bietet der Kamelmarkt heute zwar ein visuelles, aber kommerzialisiertes Spektakel; ein lautes Fest für die Sinne. Anders als vor fast 40 Jahren steht der Tourist im Mittelpunkt, der einst nur stiller Beobachter am Rande war. Händler preisen heute überall ihre Waren lautstark an, traditionelle Musikanten mit den landes-typischen Turbanen spielen auf Trommeln und Flöten, während der Duft von frisch zubereitetem Chai (Tee) und würzigen Currys die Luft erfüllt. Traditionelle Handwerker bieten fein bestickte Textilien, Silberschmuck und kunstvolle Lederwaren als Souveniere an – alles &#8220;typisch aus Rajasthan&#8221;, und die meisten Touristen kaufen es. Sie genießen diese Mischung aus Tradition, Klamauk und Geschäft. Und wem das alles zu viel wird, der kann sich ja für ein paar Dollar einen Dromedar mieten und eine Kamel-Safari durch die Wüste unternehmen, um &#8211; etwa als Maharadscha verkleidet &#8211; dem Lärm zu entfliehen.</span></p>
<div id="attachment_5611" style="width: 1810px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-5611" class="size-full wp-image-5611" src="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038.jpg" alt="" width="1800" height="966" srcset="https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038.jpg 1800w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038-300x161.jpg 300w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038-1024x550.jpg 1024w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038-768x412.jpg 768w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038-1536x824.jpg 1536w, https://www.licht-und-schatten.eu/wp-content/uploads/2025/03/puschkar-kamelmarkt-1988-038-70x38.jpg 70w" sizes="auto, (max-width: 1800px) 100vw, 1800px" /><p id="caption-attachment-5611" class="wp-caption-text"><em><span style="font-size: 13px;">Ein Farbenmeer ergießt sich über die Stadt. Für die Landbevölkerung ist die Pushkar-Mela ein gesellschaftliches Ereignis</span></em></p></div>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Angesichts dieser Entwicklung sollten sich Indien-Besucher heute fragen, ob sie die 9-stündige Fahrt zu dem &#8220;Event&#8221; von Neu Delhi in die Pilgerstadt am Rande der Aravalli-Berge wirklich auf sich nehmen sollten? Aber vielleicht bin ich ja ungerecht, weil wir noch das große Glück hatten, den alten, traditionellen Kamelmarkt und die Badezeremonien der Pilger mit großem Staunen zu erleben. Im Zeitalter moderner Traktoren und der Verfügbarkeit moderner PKWs könnten ja die Kamele/Dromedare schon bald zur Seltenheit werden und irendwann nur noch in indischen Zoos zu besichtigen sein. Und so könnte der Kamelmarkt und die Mela schon bald zum Ziel einer nostalgischen Reise in eine unwiederbringliche indische Vergangenheit werden, die die Fahrt nach Pushkar lohnt. CF</span></p>
<p><span style="font-family: Montserrat;">Hier finden Sie die Bilder zum Kamelmarkt von Pushkar &#8211;  [<a href="https://www.licht-und-schatten.eu/pushkar-kamelmarkt-in-der-wueste/">See image gallery at licht-und-schatten.eu</a>] </span></p>
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="MJtIyeBQrU"><p><a href="https://www.licht-und-schatten.eu/projekt/pushkar-kamelmarkt-in-der-wueste-galerie/">Pushkar: Kamelmarkt in der Wüste (Galerie)</a></p></blockquote>
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<p><span style="font-family: Montserrat;">____________________________________________</span></p>
<p><strong><span style="font-family: Montserrat;">English translation (by DeepL)</span></strong></p>
<p>The small town of Pushkar in southern Rajasthan is a tranquil place for eleven months of the year. With its 500 temples and an estimated 30,000 inhabitants, the town is one of the oldest and most sacred in India, attracting Hindu pilgrims from across the subcontinent. Devotees of Brahma, the Hindu god of creation, are particularly drawn to the white desert city in the Thar Desert. This is because Pushkar is home to one of the few temples in India dedicated to Brahma. According to tradition, it was this deity that ensured that the place achieved religious fame. The creator of the world is said to have dropped a lotus blossom over the city, and where it touched the ground a lake formed in the middle of the desert, whose clean water has been inviting believers to take a holy bath every year for centuries.</p>
<p>In the Hindu month of Kartig (October/November), the religious Pushkar Mela (festival) takes place on the edge of the desert, which is one of the most beautiful and colourful festivals on the subcontinent. At the same time as the festival, farmers and traders meet in the dunes of the desert on the outskirts of the town for a large camel market, which has spread the town&#8217;s reputation throughout the western world. According to historians, the camel market of Pushkar can be traced back to the 19th century. Year after year, on the occasion of the famous full moon night of Kartik, tens of thousands of believers are drawn to the small lake, in whose waters they want to get rid of all their sins.</p>
<h5>From family celebration to mass tourism</h5>
<p>My wife and I had the good fortune to visit the Pushkar Mela in November 1988, when it resembled a large family gathering of desert dwellers. This year, hundreds of camel drivers and traders gathered on the hills and overgrown dunes outside the city to buy or trade animals. Camels (in India these are almost exclusively one-humped dromedaries) were used as draft animals in agriculture throughout the desert state of Rajasthan. Since then, however, they have been largely replaced by more modern tractors in agriculture.</p>
<p>Most of the traders knew each other. Their wives and children came to the festival on ancient and completely overloaded tractors to take care of the animals during the ten-day festival and to ‘purify’ themselves through the bathing rite. The destination of the pilgrimage is still the 52 riverbank terraces (ghats) on the edge of the city, where the faithful prepare for a brief plunge with the sound of religious chants coming from loudspeakers. Afterwards, they go to the local temples, especially the famous Brahma Temple. But Pushkar attracts not only devout Hindus. In the 1960s and 1970s, hippies from all over the world settled here. The Savitri Temple also attracts pilgrims and tourists because it is located on a hill that offers a good view of the surrounding desert landscape.</p>
<h5>From family festival to ‘event’</h5>
<p>During the remaining months of the year, Pushkar is an oasis of calm, where Western backpackers, Sadhus (holy men) and pilgrims come together. The city&#8217;s population is vegetarian, and alcohol is banned here.</p>
<p>For decades, the rural population, mostly residents of the desert region, celebrated the festival among themselves. But as early as the 1980s, the government of Rajasthan and the central government in New Delhi restricted access to the Mela for foreigners and other non-local guests in order to preserve the traditional character of the religious festivities. Permission to visit was only granted on application and almost exclusively to VIPs, politicians and diplomats. Even they had to register their visit up to a year in advance, because at that time there were practically no hotel beds in Pushkar. The sleeping accommodation in the tents set up for tourists was quickly booked out.</p>
<p>But in the decades since, the festival around the camel market has developed into a mass event at the urging of tourism managers. It is now estimated that between 200,000 and one million guests from all over the world travel to Pushkar for the festival every year. In addition to the famous camel market, religious ceremonies, camel races and other entertainment programmes are also offered to them there for seven to ten days. Even carousels and Ferris wheels have been spotted here by travellers on the edge of the desert. However, according to experts, the camel market in Pushkar has lost its old, romantic charm as a result.</p>
<h5>Pushkar has become a spectacle</h5>
<p>Today, the desert around the town is transformed into a huge, but also noisy fairground during the Mela, where artfully but garishly decorated camels with colourful blankets, pearl necklaces and artistic shaving patterns on their bodies wait for new owners and foreign guests. The organisers also have ‘camel beauty contests’ in the programme, as well as camel races, traditional Rajasthani dances and acrobatic shows.</p>
<p>For those who did not know the old Mela, the camel market today offers a visual, but commercialised spectacle; a noisy celebration for the senses. Unlike almost 40 years ago, the focus is on the tourist, who was once only a silent observer on the sidelines. Today, traders loudly advertise their wares everywhere, traditional musicians with the country-typical turbans play on drums and flutes, while the scent of freshly prepared chai (tea) and spicy curries fills the air. Traditional craftsmen offer finely embroidered textiles, silver jewellery and artistic leather goods as souvenirs – everything ‘typically from Rajasthan’, and most tourists buy it. They enjoy this mixture of tradition, racket and business. And if all this becomes too much for you, you can always hire a dromedary for a few dollars and take a camel safari through the desert, dressed up as a maharaja, for example, to escape the noise.</p>
<p><em>A sea of colour washes over the city and the neighbouring desert. Loud music and the shrill neighing of the camels, which are actually dromedaries, can be heard</em></p>
<p>In view of this development, visitors to India today should ask themselves whether they really want to take on the nine-hour journey from New Delhi to the pilgrimage site at the edge of the Aravalli Mountains. But maybe I&#8217;m being unfair, because we still had the great good fortune to experience the old, traditional camel market and the bathing ceremonies of the pilgrims with great amazement. In the age of modern tractors and the availability of modern cars, camels and dromedaries could soon become a rarity and at some point only be seen in Indian zoos. And so the camel market and the mela could soon become the destination of a nostalgic journey into an irretrievable Indian past, making the trip to Pushkar worthwhile. CF</p>
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